GUNNAR tER BALK
LANDSCHAFTSARCHITEKT BDLA | LÜBECK

home | zurück
Objektplanung
Landschaftsplanung
Wettbewerbe

Neuer Jüdischer Friedhof, Lübeck

 
Bauherr Jüdische Gemeinde Lübeck, gefördert von der Possehl-Stiftung
Fläche 5.200 m²
Bausumme Außenanlagen 396.000 Euro (Baustufe 1 von 2)
Fertigstellung 2013
Leistungsphasen 1-9
Projektpartner

Groth LA Bernd Groth Landschaftsarchitekt BDLA, Lübeck
Heske Hochgürtel Lohse Architekten und Ingenieure, Lübeck
Ing.-Büro Reese, Krummesse

Nach mehr als 360 Jahren wurde Ende 2012 damit begonnen, in Lübeck einen Jüdischen Friedhof auf einem 5.000 qm großen Areal neu anzulegen. Die Fläche liegt innerhalb der historisch begründeten Figur eines Halbkreises auf dem Vorwerker Friedhofes, der 1917 unter der Federführung des Gartenarchitekten Harry Maasz geschaffen wurde.

Die Planung des neuen Jüdischen Friedhofs basiert auf den Bestattungsritualen des jüdischen Glaubens. Dies macht eine konsequente Ausrichtung der Wege- und Gebäudeachsen in Nord-Süd-Richtung notwendig, so dass die Gräber in West-Ost-Richtung liegen. Aufgrund der Lage der Gräber kann der Tote, so der zugrunde liegende Gedanke, bei der Auferstehung in Richtung Osten (Jerusalem) blicken. Der Grabstein steht jeweils am Kopfende des Grabes.

Innerhalb der halbkreisförmigen Fläche untergliedern streng geordnete Grandwege, orthogonal zu den Gräbern, das weitestgehend baumlose Terrain. Neu angelegte jüdische Gräber liegen stets auf freien Flächen ohne die Überschirmung mit Bäumen. Der große gepflasterte Bogenweg vermittelt zwischen den beiden Zugängen des Friedhofsareals, das von einer Eibenhecke umfasst wird.

Zentraler Bestandteil der Anlage ist der geplante Neubau der jüdischen Trauerhalle, ebenso in dunkelbraunem Klinker gehalten wie der Weg. Das markante und zugleich zurückhaltende Gebäude prägt das Entree der Anlage. In seinem Volumen orientiert sich der Bau an den Bedürfnissen der Gemeinde. In der Dimension gelingt eine sehr angenehme und harmonische Einfügung in den baulichen-räumlichen Kontext auf dem Gelände des Friedhofs.